IPP Everywhere ist ein Standard der Printer Working Group (PWG), der treiberloses Drucken von Computern und Mobilgeräten auf netzwerkfähigen Druckern ermöglicht. Er eliminiert herstellerspezifische Software, unterstützt Formate wie PDF, JPEG und PWG Raster und ermöglicht Funktionen wie beidseitigen Druck direkt über das Netzwerk (LAN/WLAN). Wie man IPP Everywhere ohne Treiber nutzen kann, soll hier im Ratgeber verdeutlicht werden.
Grundlagen zu IPP Everywhere verstehen
Zu den wichtigen Voraussetzungen gehören:
- Zunächst macht man sich bewusst, dass „IPP Everywhere“ ein standardisiertes Druckprotokoll ist, das vom „Internet Printing Protocol (IPP)“ abgeleitet ist
- Man weiß, dass IPP Everywhere das Drucken ohne herstellerspezifische Treiber ermöglicht
- Dabei berücksichtigt man, dass der Drucker IPP Everywhere unterstützen muss
- Der Drucker muss im selben Netzwerk wie der Computer erreichbar sein
- Der Drucker muss eingeschaltet sein
- Man stellt fest, dass IPP Everywhere von modernen Betriebssystemen nativ unterstützt wird
- Es werden aktuell Windows 10/11, macOS und Linux (über CUPS) unterstützt
Voraussetzungen auf Druckerseite prüfen
Zur weiteren Prüfung geht man wie folgt vor:
- Man überprüft im Handbuch oder im Webinterface des Druckers, ob „IPP Everywhere“ unterstützt wird
- Nun ruft man – falls bekannt – die IP-Adresse des Druckers im Webbrowser auf
- Jetzt stellt man sicher, dass die IPP aktiviert ist und keine Zugriffsbeschränkungen (z. B. deaktivierte Protokolle) gesetzt sind
- Danach notiert man sich gegebenenfalls die Drucker-IP-Adresse oder den Hostnamen
IPP Everywhere unter Windows 11 / Windows 10 nutzen
Man kann IP Everywhere automatisch oder manuell nutzen.
Automatische Einrichtung (empfohlen)
Für die automatische Einrichtung geht man wie folgt vor:
- Man öffnet die „Einstellungen (Windows-Taste + I)“
- Nun navigiert man zu „Bluetooth & Geräte → Drucker & Scanner“
- Danach klickt man auf „Gerät hinzufügen“
- Jetzt wartet man, bis Windows verfügbare IPP-fähige Drucker erkennt
- Im nächsten Schritt wählt man den gewünschten Drucker aus
- Man stellt fest, dass Windows automatisch den generischen IPP Everywhere-Treiber verwendet und keine Herstellerdateien installiert
- Letztlich führt man einen Testdruck aus
Manuelle Einrichtung über IPP-URL
Für die manuelle Einrichtung geht man folgendermaßen vor:
- Falls der Drucker nicht automatisch gefunden wird, klickt man auf „Manuell hinzufügen“
- Danach wählt man „Drucker über TCP/IP-Adresse oder Hostnamen hinzufügen“
- Anschließend gibt man als Adresse „ipp:///ipp/print“ (z. B. ipp://192.168.1.50/ipp/print) ein
- Man wählt als Gerätetyp „IPP-Gerät“
- Danach wählt man im Treiberauswahlfenster „Microsoft IPP Class Driver“ oder „IPP Everywhere“
- Man schließt den Assistenten ab und testet den Druck
IPP Everywhere unter macOS nutzen
Unter macOS kann man IP Everywhere wie folgt nutzen:
Automatische Einrichtung über Bonjour
Über Bonjour erfolgt die Einrichtung folgendermaßen:
- Man öffnet die „Systemeinstellungen“
- Nun navigiert man zu „Drucker & Scanner“
- Jetzt klickt man auf „Drucker, Scanner oder Fax hinzufügen“
- Man wählt den Drucker aus der Liste der automatisch gefundenen Geräte aus
- Anschließend prüft man im Feld „Verwendung“, dass „AirPrint“ oder „IPP Everywhere“ angezeigt wird
- Nun bestätigt man mit „Hinzufügen“
- Danach führt man einen Testdruck aus
Manuelle Einrichtung über IPP
Die manuelle Einrichtung gelingt wie folgt:
- Man klickt in „Drucker & Scanner auf Hinzufügen“
- Jetzt wechselt man zum Reiter „IP“
- Dann wählt man als Protokoll „Internet Printing Protocol – IPP“
- Man gibt die Adresse „ipp:///ipp/print“ ein
- Nun vergibt man einen Namen für den Drucker
- Man wählt bei „Verwendung“ die Option „Allgemeiner PostScript-Drucker“ oder „IPP Everywhere“, sofern verfügbar
- Abschließend klickt man auf „Hinzufügen“ und testet den Druck
IPP Everywhere unter Linux (CUPS) nutzen
Unter Linux kann man IP Everywhere wie folgt nutzen:
Voraussetzungen prüfen
Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein:
- Man stellt sicher, dass „CUPS“ installiert und aktiv ist
- Dann überprüft man den Dienststatus mit „systemctl status cups“
- Falls nötig, startet man CUPS mit „sudo systemctl start cups“
Einrichtung über Weboberfläche (empfohlen)
Über die Weboberfläche gestaltet sich die Einrichtung wie folgt:
- Man öffnet einen Webbrowser
- Danach ruft man die Adresse „http://localhost:631“ auf
- Nun navigiert man zu „Administration → Drucker hinzufügen“
- Man meldet sich mit Benutzername und Passwort an
- Ebenso wählt man den automatisch erkannten IPP-Drucker oder „IPP“ als Gerät
- Danach gibt man die IPP-Adresse „ipp:///ipp/print“ ein
- Man wählt als Modell „IPP Everywhere“
- Nun schließt man die Einrichtung ab
- Abschließend führt man einen Testdruck aus
Funktionstest und typische Einschränkungen
Man führt auf jedem Betriebssystem einen Testdruck aus. Hierbei stellt man fest, dass IPP Everywhere Basisfunktionen wie Drucken, Duplex, Farbe/Schwarzweiß unterstützt, jedoch nicht alle herstellerspezifischen Sonderfunktionen (z. B. Spezialfinisher). Ebenso berücksichtigt man, dass Scannen oder Faxen nicht Teil von IPP Everywhere ist.
Vorteile von IPP Everywhere
Man profitiert von:
- Treiberloser Installation
- Einheitlichem Standard
- Hoher Kompatibilität
Man reduziert:
- Wartungsaufwand
- Treiberkonflikte
- Sicherheitsrisiken durch alte Treiber
Fazit:
IPP Everywhere ermöglicht es, moderne Drucker unter Windows, macOS und Linux ohne herstellerspezifische Treiber zu nutzen. Durch automatische Erkennung oder manuelle Einrichtung per IPP-URL lässt sich der Drucker schnell, stabil und plattformübergreifend einbinden.
Weiterführende Hilfen
- Anleitung: Drucker installieren
- Anleitung: Drucker deinstallieren
- Drucker mit Laptop verbinden
- Drucker mit Smartphone verbinden
- Drucker mit Tablet verbinden
- Drucker mit Fritz!Box verbinden
- Druckerpatronen auf Rechnung
- Toner auf Rechnung
- Drucker wird nicht erkannt
- Standarddrucker einrichten
- Netzwerkdrucker einrichten
- WLAN Drucker einrichten
- Druckerserver einrichten
